Die toskanische Küche

Die traditionelle Küche eines Landes verrät eben so viel über dessen Kultur, sein Klima, seine Geschichte und seine Menschen wie seine Bauwerke, Kunstschätze und Landschaften. Der Italiener besitzt ein ausgeprägtes Regionalbewusstsein, und dieses Bewusstsein steigert sich noch, wenn es um die regionale Küche geht. Obwohl natürlich auch hier die moderne Zeit mit ihrer von convenience geprägten Lebens- und Esskultur nicht spurlos vorübergegangen ist, kann man immer noch die Ursprünge der toskanischen Küche entdecken und schmecken, denn noch vor zwei Generationen unterschied sich die Lebensweise der Menschen kaum von jener der Renaissance. Die toskanische Küche ist einfach, aber sie hat wunderbare Grundsätze: Leichtigkeit und Naturnähe. Sie ist schlicht, genügsam, unverfälscht, ohne übertriebene Raffinesse.

toskanische Küche

Viele der Grundnahrungsmittel sind heute noch hausgemacht: Wein, Schinken, Salami, Bohnen, Erbsen, viele Gemüsesorten, Obst und Gewürze. Ein Teil dieser selbsterzeugten Produkte sind ihre Basis – zusammen mit dem unvergleichlich guten, kalt gepressten Olivenöl, das bei keiner Mahlzeit fehlen darf. Gemeinsam mit Tomaten und Wein bildet es die Grundlage für viele Saucen für Pasta, Fleisch und Fisch. Dazu kommen die vielen Kräuter des Landes: Lorbeer, Basilikum, Oregano, Thymian, Rosmarin und viele andere. Man kann die toskanische Küche als kultiviert und ländlich bezeichnen, und nicht umsonst spricht man von “der Küche eines Bauern, würdig eines Königs”. Man kennt keine schweren Saucen oder überwürzte Gerichte. So ist sie auch grundverschieden von der französischen Küche, obwohl diese von den Köchen der Caterina de’ Medici nach ihrer Heirat mit dem französischen König Henri II mit entwickelt wurde. Im Gegensatz zum Rest von Italien ist die toskanische Küche bis heute von fremden Einflüssen relativ unberührt geblieben. Die Grundsäulen sind Brot, Olivenöl, Knoblauch und Pecorino. Dazu haben Bohnen und Erbsen das ganze Jahr über Saison. Nicht umsonst werden die Toskaner von den übrigen Italienern “Bohnenfresser” (mangiafagioli) genannt. Neben diesen Vorlieben gelten die Toskaner als ausgesprochene Fleischliebhaber und genießen es auf jede Art: gegrillt, gekocht, gebacken und geschmort: Schwein, Rind, Lamm, Geflügel, Ziege, Kaninchen, Wildschwein, Fasan, Taube etc. Besonders begehrt und beliebt ist die Bistecca alla fiorentina, ein übergroßes T-Bone-Steak von weißen Chianina-Rindern.

Essen in der Toskana