Wein aus der Toskana

In der Tradition der Toskana nimmt der Wein seit jeher einen wichtigen Platz ein. Schon im 11. Jahrhundert begannen hier Mönche mit dem Anbau von Rot- und Weißweinen. Wenn man heute an toskanische Weine denkt, kommt einem zuerst der Chianti in den Sinn. Aber die Toskana hat natürlich noch sehr viel mehr zu bieten.

 

Chianti-Wein

Doch zunächst zum Chianti-Wein: Der Name Chianti taucht schon im 8. Jahrhundert auf – er könnte sogar von den Etruskern stammen – aber als “Erfinder” des heutigen Chiantis wird der Baron Bettino Ricasoli – 19. Jh – genannt, der den Wein aus vier verschiedenen Traubensorten zusammensetzte: der Hauptsorte, dem roten Sangiovese (”Blut Jupiters”), die den Körper bildet, dem ebenfalls duftstoffreichen und herben Cannaiolo, dem weißen Trebbiano, der dem Wein eine leichte Spitze gibt und dem ebenfalls weißen aber samtigen Malvasia. Die Region der “einfachen” Chianti erstreckt sich von Pistoia im Norden bis Arezzo im Südosten der Toskana. Das Kernland des Chianti Classico liegt zwischen Florenz und Siena und besteht aus acht Gemeinden: Greve, Gaiole, Radda, Castelllina, Castelnuovo, San Casciano, Poggibonsi und Tavernelle. Für die Weine aus diesen Gemeinden haben die Winzer 1924 ein Kontrollorgan geschaffen, den Consorzio del Vino Chianti Classico, das die Qualität ihrer Weine überprüft. Das Symbol hierfür ist der bekannte ‚gallo nero‘ (“Schwarze Hahn”) auf der Flaschenhalsbanderole. Der ‚gallo nero‘ war übrigens im Mittelalter das Feldzeichen der Chianti-Liga, bewaffnete Bauern, die ihr Land gegen Siena verteidigten.

 

Toskanische Weinmarken

Der größte Produzent im Chianti ist die Firma Villa Antinori mit ihren Spitzenweinen Tignanello und Badia di Passignano. Star unter den toskanischen Weinen ist allerdings der Brunello di Montalcino, ein körperreicher, kräftiger Rotwein, der aus speziellen Sangiovese-Trauben, den Sangiovese Grosso, erzeugt wird.  Der Brunello ist etwas kräftiger als der Chianti und muss mindestens 2 Jahre im Holzfass lagern und darf erst nach vier Jahren verkauft werden. Der kleine Bruder des Brunello ist der Rosso di Montalcino, der nur 1 Jahr im Holzfass liegen muss.

Weitere bedeutende Weinproduzenten in der Toskana sind, durchweg aus alten Adelsfamilien stammend, die Marken Frescobaldi, Mazzei, Castello di Meleto und Castello Brolio.

Ein weiteres wichtiges Rotweingebiet der Toskana sind die Hügel rund um Montepulciano im Süden mit dem anspruchsvollen Vino Nobile di Montepulciano und dem einfacheren Rosso di Montpulciano.

Aus der Region südlich von Pisa – aus der Gegend des Dorfes Bolgheri – kommen die teuren Spitzenweine der Toskana: Der Sassicaia , der Ornellaia und der Bolgheri Rosso, die, im Gegensatz zum Chianti, ausschließlich aus Cabernet-Franc- und Cabernet-Sauvignon-Trauben gekeltert werden, also aus Trauben, die eher toskana-untypisch sind und erst in den letzten Jahrzehnten angebaut wurden.

Der Ruf der toskanischen Weißweine hält leider mit dem der Rotweine nicht mit. Zu den besten zählen der Vernaccia di San Gimignano sowie der leichte Galestro.

Villa Collazzi

Villa Collazzi oberhalb von Galluzzo  – Heimat der berühmten Frescobaldi-Weine

Chianti Classico I Bastoni von FrescobaldiEine Spezialität unter den toskanischen Weinen ist der Vin Santo, ein Dessertwein, der meist aus Trebbiano- oder Malvasia Trauben hergestellt wird. Traditionell wird der Vin Santo in kleinen Holzfässern (caratelli) unter dem Dach vergoren, weil hier der Temperaturunterschied zwischen Sommer und Winter zur Reife notwendig ist. Serviert wird der Vin Santo zum Dessert, meistens jedoch zu harten Mandelkeksen (biscotti oder cantucci).

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